Rima Hassan gehört 2026 zu den bekanntesten und zugleich umstrittensten jüngeren Politikerinnen Frankreichs. Die französisch-palästinensische Juristin wurde in einem palästinensischen Flüchtlingslager bei Aleppo in Syrien geboren, kam als Kind nach Frankreich und spezialisierte sich später auf internationales Recht, Flüchtlingspolitik und Menschenrechte.
Seit Juli 2024 sitzt Hassan für La France Insoumise (LFI) im Europäischen Parlament. Dort ist sie unter anderem Mitglied des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten, des Unterausschusses für Menschenrechte und der Delegation für die Beziehungen zu Palästina.
International bekannt wurde sie jedoch vor allem durch ihr Engagement für die Rechte der Palästinenser. 2025 nahm sie zweimal an Flottillen in Richtung Gazastreifen teil. Beide Missionen wurden von Israel gestoppt und Hassan anschließend ausgewiesen. Gleichzeitig sorgen ihre Aussagen zum Nahostkonflikt regelmäßig für heftige politische und juristische Auseinandersetzungen.
2026 steht außerdem ein Strafverfahren im Mittelpunkt: Wegen eines inzwischen gelöschten Beitrags über Kōzō Okamoto, einen der Täter des Anschlags auf den Flughafen Lod 1972, soll Hassan in Frankreich wegen des Vorwurfs der Online-„Apologie du terrorisme“ vor Gericht stehen. Der ursprünglich für Juli angesetzte Prozess wurde auf den 19. und 20. Oktober 2026 verschoben. Bis dahin gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.
Rima Hassan im Steckbrief
| Merkmal | Angabe |
| Vollständiger Name | Rima Hassan, teilweise auch Rima Hassan Mobarak genannt |
| Geburtsdatum | 28. April 1992 |
| Alter 2026 | 34 Jahre |
| Geburtsort | Neirab bei Aleppo, Syrien |
| Herkunft | palästinensische Familie, geboren in Syrien |
| Staatsangehörigkeit | französisch |
| Früherer Status | bis zur Einbürgerung staatenlos |
| Wohn-/Lebensmittelpunkt | Frankreich / Brüssel im Rahmen ihrer Tätigkeit |
| Beruf | Juristin, Politikerin, frühere Mitarbeiterin im Asylbereich |
| Partei | La France Insoumise (LFI) |
| Europaparlament | seit 16. Juli 2024 |
| Fraktion | The Left – GUE/NGL |
| Ausbildung | internationales Recht |
| Bekannt für | Palästina-Aktivismus, Flüchtlingspolitik, EU-Parlament |
| NGO | Observatoire des camps de réfugiés |
| Partner | verlobt; Identität des Partners nicht öffentlich bekannt |
| Kinder | keine verlässlich öffentlich bestätigten Angaben |
Das Europäische Parlament nennt als offizielles Geburtsdatum den 28. April 1992 und als Geburtsort Aleppo. Damit ist Rima Hassan 2026 34 Jahre alt.
Woher kommt Rima Hassan?
Die Herkunft von Rima Hassan spielt eine zentrale Rolle für ihr politisches Selbstverständnis.
Sie wurde im Flüchtlingslager Neirab nahe Aleppo geboren. Dort lebten zahlreiche palästinensische Familien, die nach der Flucht und Vertreibung im Zusammenhang mit dem arabisch-israelischen Krieg von 1948 nach Syrien gelangt waren.
Hassan selbst erklärte in Interviews, dass die Familie ihres Vaters ursprünglich aus Al-Birwa bei Akko stammt. Ihr Großvater mütterlicherseits kam demnach aus Salfit im Westjordanland.
Rima Hassan wurde zunächst staatenlos geboren. Erst nachdem sie bereits in Frankreich lebte, erhielt sie als junge Erwachsene die französische Staatsangehörigkeit.
Rima Hassan kam als Kind nach Frankreich
Ihre Mutter war bereits zuvor nach Frankreich gegangen. Nach mehreren Jahren der Trennung konnte Hassan ihr schließlich folgen.
Etwa im Alter von neun bis zehn Jahren zog sie mit Geschwistern nach Niort im Département Deux-Sèvres. Sie sprach bei ihrer Ankunft zunächst kaum beziehungsweise kein Französisch und absolvierte anschließend ihre weitere Schulzeit in Frankreich.
Diese Erfahrungen mit Staatenlosigkeit, Migration und Flüchtlingslagern wurden später zum Ausgangspunkt ihrer beruflichen Laufbahn.
Wer sind die Eltern von Rima Hassan?
Rima Hassan stammt aus einer Familie mit sechs Kindern.
In biografischen Berichten wird ihre Mutter als frühere Lehrerin beschrieben. Ihr Vater arbeitete demnach als Mechaniker im Umfeld der syrischen Luftwaffe. Die Eltern lebten im Flüchtlingslager Neirab.
Hassan hat jedoch ihr eigenes öffentliches Profil nie über ihre Eltern oder Geschwister aufgebaut. Im Mittelpunkt ihrer Interviews steht vielmehr die Geschichte ihrer Großeltern und insbesondere die Erfahrung palästinensischer Vertreibung.
Rima Hassans Ausbildung: Warum wurde sie Juristin?
Nach dem Abitur entschied sich Rima Hassan für ein Jurastudium.
Sie studierte unter anderem in Évry und Montpellier und setzte ihre Ausbildung später in Paris fort. Schließlich erwarb sie einen Master mit Schwerpunkt internationales Recht und internationale Organisationen.
Besonders intensiv beschäftigte sie sich mit Fragen des Flüchtlingsrechts und mit den rechtlichen Strukturen von Flüchtlingslagern.
Zeitweise arbeitete Hassan sogar an einer Promotion über das auf Flüchtlingslager anwendbare Recht. Nach eigener Darstellung brach sie die Forschungsarbeit allerdings nach ungefähr zwei Jahren ab, weil sie das Thema nicht nur akademisch untersuchen wollte.
Stattdessen gründete sie eine eigene Organisation.
Rima Hassan und das Observatoire des camps de réfugiés
2019 gründete Hassan das Observatoire des camps de réfugiés, auf Deutsch etwa „Beobachtungsstelle für Flüchtlingslager“.
Die Organisation beschäftigt sich mit Flüchtlings-, Migranten- und Vertriebenenlagern weltweit. Dabei geht es unter anderem darum, ihre Verwaltung, Lebensbedingungen und langfristigen gesellschaftlichen Folgen zu dokumentieren.
Hassan erklärte später, dass sie während ihrer wissenschaftlichen Arbeit festgestellt habe, wie wenig systematische Informationen über Flüchtlingslager weltweit vorhanden seien.
Parallel sammelte sie praktische Erfahrung im französischen Asylsystem. Sie arbeitete zunächst beim Office français de protection des réfugiés et apatrides (OFPRA) und anschließend als Berichterstatterin beziehungsweise „rapporteure“ bei der Cour nationale du droit d’asile (CNDA), dem französischen nationalen Asylgericht.
Damit beschäftigte sich Hassan beruflich bereits lange vor ihrer politischen Karriere mit Themen wie Flucht, Staatenlosigkeit und internationalem Recht.
Wie kam Rima Hassan in die Politik?
Die politische Bekanntheit von Rima Hassan nahm besonders nach dem 7. Oktober 2023 und dem anschließenden Krieg im Gazastreifen stark zu.
Sie gründete den Zusammenschluss Action Palestine France und entwickelte sich in Frankreich zu einer der sichtbarsten Stimmen der propalästinensischen Bewegung.
Bereits zuvor war sie öffentlich aufgetreten. 2023 nahm Forbes France sie beispielsweise in eine Auswahl von 40 Frauen auf, die das Magazin in diesem Jahr besonders hervorhob. Zu dieser Zeit arbeitete sie neben ihrem Engagement für Flüchtlinge auch zeitweise beratend zu Fragen von Diversität und beruflicher Integration von Geflüchteten.
Anschließend näherte sie sich politisch La France Insoumise an.
Rima Hassan bei La France Insoumise
Bei der Europawahl 2024 erhielt Hassan den siebten Platz auf der LFI-Liste von Manon Aubry.
Diese Position war politisch bedeutsam. Einerseits besaß Hassan damals noch keine lange klassische Parteikarriere. Andererseits stellte LFI mit ihrer Kandidatur den Gaza-Krieg und die Palästinafrage besonders sichtbar in den Mittelpunkt seines Europawahlkampfs.
Bei der Wahl am 9. Juni 2024 errang die Liste neun Mandate. Hassan zog deshalb ins Europäische Parlament ein. Die offiziellen französischen Wahlergebnisse bestätigen sie als siebte gewählte Kandidatin der LFI-Liste.
Ihre eigentliche Amtszeit begann am 16. Juli 2024.
Was macht Rima Hassan im Europäischen Parlament?
Rima Hassan gehört im Europaparlament zur Fraktion The Left – GUE/NGL.
2026 ist sie ordentliches Mitglied in mehreren für ihre politischen Schwerpunkte besonders wichtigen Gremien:
- Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten (AFET)
- Unterausschuss Menschenrechte (DROI)
- Delegation für die Beziehungen zu Palästina (DPAL)
Außerdem arbeitet sie als stellvertretendes Mitglied unter anderem im Haushaltsausschuss sowie in Delegationen für den Mittelmeerraum, Afrika und die Zusammenarbeit zwischen EU und OAKPS-Staaten.
Dabei beschränkt sich ihre parlamentarische Arbeit nicht ausschließlich auf Israel und Palästina. Dokumentiert sind beispielsweise Aktivitäten zu Menschenrechten in der Demokratischen Republik Kongo, zur Situation in Indien sowie weitere außenpolitische Themen.
Dennoch bleibt der Nahostkonflikt ihr mit Abstand bekanntestes politisches Thema.
Rima Hassan und Palästina
Hassan fordert seit Jahren deutlich stärkeren internationalen Druck auf Israel und beruft sich dabei regelmäßig auf das Völkerrecht.
Sie unterstützt insbesondere das Rückkehrrecht palästinensischer Flüchtlinge und kritisiert die israelische Besatzungs- und Siedlungspolitik scharf.
Gleichzeitig vertritt sie inzwischen deutliche Zweifel an einer klassischen Zwei-Staaten-Lösung. In einem Interview vom Juli 2026 erklärte sie, dass sie diese Perspektive angesichts der politischen und geografischen Realität nicht mehr für glaubwürdig halte.
Gerade diese Positionen machen Hassan für ihre Anhänger zu einer wichtigen Stimme der palästinensischen Sache. Kritiker werfen ihr dagegen immer wieder vor, mit einzelnen Formulierungen Grenzen zwischen legitimer Israelkritik und einer Relativierung politischer Gewalt zu verwischen.
Hassan weist solche Vorwürfe zurück und betont, dass ihr politischer Maßstab das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser und das internationale Recht seien.
Rima Hassan und die Gaza-Flottille „Madleen“
Im Juni 2025 nahm Rima Hassan an einer besonders öffentlichkeitswirksamen Aktion teil.
Gemeinsam mit Greta Thunberg und weiteren Aktivisten reiste sie auf dem Schiff Madleen in Richtung Gazastreifen. Die Freedom Flotilla Coalition wollte mit der Mission humanitäre Hilfe transportieren und zugleich gegen die israelische Blockade Gazas protestieren.
An Bord befanden sich zwölf Personen.
Am 9. Juni 2025 stoppte die israelische Marine das Schiff, bevor es Gaza erreichte. Die Insassen wurden nach Israel gebracht. Israel bezeichnete die Aktion als Propagandamission und erklärte, die mitgeführte Hilfe könne über andere Wege nach Gaza gebracht werden.
Hassan gehörte zu den Aktivisten, die ihre sofortige freiwillige Ausreise zunächst nicht akzeptierten. Nach mehreren Tagen wurde sie schließlich aus Israel ausgewiesen.
Zweite Gaza-Flottille 2025
Damit war ihr Engagement auf See nicht beendet.
Im Herbst 2025 nahm Hassan erneut an einer größeren Initiative teil, der Global Sumud Flotilla. Mehr als 40 Schiffe beziehungsweise Boote und mehrere hundert Teilnehmer beteiligten sich an dem Versuch, Gaza zu erreichen.
Auch diese Flotte wurde Anfang Oktober von israelischen Kräften gestoppt.
Hassan wurde erneut festgesetzt und anschließend ausgewiesen. Am 6. Oktober 2025 traf sie zusammen mit weiteren Teilnehmern nach ihrer Abschiebung in Athen ein. Reuters dokumentierte ihre Ankunft.
Hassan behauptete anschließend, während der israelischen Haft von Polizeibeamten geschlagen worden zu sein. Diese Darstellung stammt von Hassan selbst und wurde von israelischer Seite bestritten beziehungsweise nicht bestätigt.
Warum ist Rima Hassan so umstritten?
Kaum eine französische Europaabgeordnete ihrer Generation polarisiert ähnlich stark.
Ein Grund dafür ist ihre ausgesprochen konfrontative Sprache in der Israel-Palästina-Debatte.
Hassan hat die von der Hamas am 7. Oktober 2023 begangenen Verbrechen als Kriegsverbrechen verurteilt. Gleichzeitig wirft sie Israel gravierende Verstöße gegen internationales Recht vor und verwendet selbst den Begriff „Genozid“ für das Vorgehen im Gazastreifen.
Der Genozidvorwurf ist international Gegenstand juristischer und politischer Auseinandersetzungen; Israel weist ihn entschieden zurück.
Kontrovers diskutiert wurden außerdem Aussagen Hassans über bewaffneten Widerstand, den Zionismus, das Rückkehrrecht und die Zukunft eines israelisch-palästinensischen Staates.
Unterstützer betrachten ihre kompromisslose Position als notwendige Gegenstimme in der europäischen Außenpolitik. Gegner – darunter Politiker verschiedener französischer Parteien und Vertreter jüdischer Organisationen – werfen ihr dagegen wiederholt vor, problematische oder antisemitische Narrative zu bedienen. Hassan weist den Vorwurf des Antisemitismus zurück.
Warum muss Rima Hassan 2026 vor Gericht?
Eine der wichtigsten aktuellen Entwicklungen betrifft ein französisches Strafverfahren.
Im März 2026 veröffentlichte Hassan auf X einen inzwischen gelöschten Beitrag über Kōzō Okamoto.
Okamoto war Mitglied der Japanischen Roten Armee und einer von drei Tätern des Anschlags auf den Flughafen Lod im Jahr 1972, bei dem 26 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt wurden.
Hassan verbreitete eine ihm zugeschriebene Aussage über die palästinensische Sache sowie das Recht beziehungsweise die Pflicht zum Widerstand. Französische Ermittler werteten den Beitrag als möglichen Fall von „apologie du terrorisme“, was etwa mit Verherrlichung beziehungsweise öffentlicher Befürwortung von Terrorismus übersetzt werden kann.
Am 2. April 2026 wurde Hassan in Paris in Polizeigewahrsam genommen und anschließend wieder freigelassen.
Ihre Verteidigung argumentiert, sie habe lediglich ein Zitat wiedergegeben und weder den Anschlag von 1972 noch terroristische Gewalt verherrlicht. Hassan selbst spricht von politischem und juristischem Druck gegen ihre Palästina-Positionen.
Wann findet der Prozess gegen Rima Hassan statt?
Ursprünglich sollte der Prozess am 7. Juli 2026 beginnen.
Auf Antrag der Verteidigung wurde die Verhandlung jedoch vertagt. Neuer Termin sind der:
19. und 20. Oktober 2026.
Stand August 2026 gibt es daher noch kein Urteil in diesem Verfahren.
Die bloße Anklage beziehungsweise Strafverfolgung bedeutet keine Verurteilung.
Hat Rima Hassan einen Mann oder Partner?
Rima Hassan hält ihr Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus.
Im Oktober 2025 machte sie allerdings überraschend ihre Verlobung bekannt. Medien griffen damals einen Beitrag ihres Instagram-Accounts auf, auf dem Hassan einen Ring sowie ihren Partner zeigte, dessen Gesicht und Identität jedoch verborgen blieben.
Wer ist der Verlobte von Rima Hassan?
Das ist öffentlich nicht bekannt.
Bis August 2026 hat Hassan weder den Namen noch den Beruf ihres Partners verlässlich öffentlich gemacht.
Behauptungen über seine Nationalität oder Herkunft beruhen weitgehend auf Spekulationen rund um Fotos von der Verlobung und sollten daher nicht als bestätigte Fakten dargestellt werden.
Ebenso gibt es derzeit keine verlässliche Bestätigung dafür, dass bereits eine Hochzeit stattgefunden hat. Am präzisesten ist deshalb weiterhin die Bezeichnung Verlobter beziehungsweise Partner.
Hat Rima Hassan Kinder?
Über eigene Kinder von Rima Hassan gibt es keine verlässlich öffentlich bestätigten Angaben.
Auch hier trennt die Europaabgeordnete ihr politisches Leben weitgehend von ihrer privaten Beziehung.
Wie groß ist das Vermögen von Rima Hassan?
Im Internet finden sich unterschiedliche angebliche Zahlen zum „Vermögen von Rima Hassan“.
Für solche Schätzungen gibt es jedoch keine belastbare Grundlage.
Zwar erhält sie wie andere Mitglieder des Europäischen Parlaments eine reguläre Abgeordnetenvergütung. Daraus lässt sich jedoch kein persönliches Nettovermögen ableiten. Konkrete Millionenbeträge, die auf manchen Webseiten genannt werden, sollten daher nicht als gesicherte Information übernommen werden.
Rima Hassan 2026: Was macht sie heute?
2026 bleibt Hassan reguläres Mitglied des Europäischen Parlaments.
Ihr offizielles Parlamentsprofil dokumentiert weiterhin Aktivitäten in der Außenpolitik und im Menschenrechtsbereich. Noch im Juli 2026 veröffentlichte sie Erklärungen zu Abstimmungen und nahm an parlamentarischen Debatten teil.
Politisch bleibt sie besonders stark mit drei Themen verbunden:
Palästina und Gaza, die Rechte von Flüchtlingen sowie die internationale Menschenrechtspolitik.
Gleichzeitig steht sie wegen ihrer besonders zugespitzten politischen Kommunikation unter außergewöhnlich intensiver Beobachtung.
Der im Oktober 2026 geplante Prozess dürfte deshalb nicht nur juristisch, sondern auch politisch große Aufmerksamkeit erhalten.
Fazit: Wer ist Rima Hassan?
Rima Hassan hat innerhalb weniger Jahre einen ungewöhnlich schnellen Aufstieg von der Flüchtlingsrechtsexpertin zur international bekannten Europaabgeordneten erlebt.
Ihre Biografie ist eng mit den Themen verbunden, die sie heute politisch vertritt: Sie wurde staatenlos in einem palästinensischen Flüchtlingslager in Syrien geboren, kam als Kind nach Frankreich, studierte internationales Recht und arbeitete anschließend im französischen Asylsystem. 2019 gründete sie eine Organisation zur Erforschung von Flüchtlingslagern.
Seit 2024 vertritt sie La France Insoumise im Europäischen Parlament. Besonders sichtbar wurde sie jedoch durch ihr Engagement für Palästina sowie ihre Teilnahme an zwei Gaza-Flottillen im Jahr 2025.
Gerade dieser Aktivismus macht Hassan zu einer stark polarisierenden Politikerin. Für ihre Anhänger verkörpert sie eine neue Generation, die Menschenrechte und Palästina offensiver in die europäischen Institutionen trägt. Kritiker sehen dagegen Teile ihrer Aussagen über Israel, Widerstand und den Nahostkonflikt äußerst kritisch.
2026 kommt eine juristische Dimension hinzu. Ihr Verfahren wegen des Vorwurfs der Terrorismusverherrlichung soll im Oktober fortgesetzt werden. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.
Häufig gestellte Fragen zu Rima Hassan
Rima Hassan wurde am 28. April 1992 geboren und ist 2026 34 Jahre alt. Ihr offizielles Profil im Europäischen Parlament nennt Aleppo als Geburtsort.
Sie wurde im palästinensischen Flüchtlingslager Neirab bei Aleppo in Syrien geboren.
Ihre Familie ist überwiegend palästinensischer Herkunft. Die väterliche Familie stammt aus Al-Birwa bei Akko, während ihr mütterlicher Großvater aus Salfit kam. Hassan wuchs zunächst in Syrien und später in Frankreich auf.
Ja. Sie wurde staatenlos geboren und erhielt später die französische Staatsangehörigkeit.
Rima Hassan gehört zu La France Insoumise (LFI) und sitzt für Frankreich in der Fraktion The Left – GUE/NGL im Europäischen Parlament.
Sie wurde bei der Europawahl am 9. Juni 2024 gewählt. Ihre Amtszeit im Europäischen Parlament begann offiziell am 16. Juli 2024.
Sie studierte Rechtswissenschaften und spezialisierte sich auf internationales Recht und internationale Organisationen.
Sie arbeitete unter anderem im französischen Flüchtlings- und Asylbereich, darunter beim OFPRA und bei der Cour nationale du droit d’asile. Außerdem gründete sie 2019 das Observatoire des camps de réfugiés.
Ja. Beide befanden sich im Juni 2025 an Bord der Madleen, die in Richtung Gaza fuhr. Israel stoppte das Schiff und nahm die zwölf Insassen fest beziehungsweise in Gewahrsam. Hassan wurde später ausgewiesen.
Ja. Nach der Madleen-Mission im Juni 2025 wurde sie ausgewiesen. Im Oktober 2025 wurde sie nach ihrer Teilnahme an der Global Sumud Flotilla erneut von Israel festgesetzt und anschließend deportiert.
Eine Hochzeit ist Stand August 2026 nicht verlässlich öffentlich bestätigt. Hassan gab im Oktober 2025 ihre Verlobung bekannt.
Die Identität ihres Verlobten hält Hassan privat. Sein Name und sein Beruf wurden nicht verlässlich öffentlich bekannt gegeben.
Öffentlich gibt es derzeit keine verlässlich bestätigten Angaben über eigene Kinder.
Das Verfahren betrifft einen inzwischen gelöschten Beitrag auf X über Kōzō Okamoto, einen der Täter des Anschlags auf den Flughafen Lod von 1972. Die französische Staatsanwaltschaft wirft Hassan „apologie du terrorisme“ vor. Sie und ihr Anwalt bestreiten, dass der Beitrag terroristische Gewalt verherrlicht habe.
Der ursprünglich für den 7. Juli angesetzte Prozess wurde verschoben. Die Verhandlung soll nun am 19. und 20. Oktober 2026 stattfinden. Stand August 2026 liegt deshalb noch kein Urteil vor.
