Chimichurri ist eine würzige Kräutersauce aus Südamerika, die vor allem mit der argentinischen Grillkultur verbunden ist. Klassischerweise besteht sie aus Petersilie, Oregano, Knoblauch, Essig, Öl, Chili, Salz und Pfeffer. Anders als Pesto wird Chimichurri normalerweise weder mit Käse noch mit Nüssen zubereitet. Die Sauce bleibt außerdem eher locker und stückig, statt zu einer glatten Creme püriert zu werden.
In Argentinien gehört Chimichurri insbesondere zum Asado, dem traditionellen Grillen. Die Sauce wird zu Rindfleisch, Chorizo und dem berühmten Choripán serviert, passt jedoch ebenso gut zu Hähnchen, Fisch, Kartoffeln oder gegrilltem Gemüse. Das offizielle argentinische Tourismusportal nennt Petersilie, Oregano, Knoblauch, Essig, gemahlenen Chili und Öl als typische Zutaten einer klassischen Variante.
Obwohl sich Chimichurri inzwischen weltweit verbreitet hat, gibt es nicht das eine verbindliche Originalrezept. Familien, Restaurants und Regionen verwenden unterschiedliche Mengen und teilweise zusätzliche Zutaten. Gerade diese Einfachheit macht die Sauce so interessant: Mit wenigen Zutaten lässt sich der Geschmack von mild und kräuterbetont bis kräftig, säuerlich und scharf verändern.
Chimichurri im Überblick
| Merkmal | Beschreibung |
| Name | Chimichurri |
| Herkunft | Vor allem Argentinien und Uruguay |
| Art | Ungekochte Kräuter- und Würzsauce |
| Typische Farbe | Grün |
| Hauptzutaten | Petersilie, Oregano, Knoblauch, Essig, Öl |
| Weitere Zutaten | Chili, Salz, Pfeffer |
| Geschmack | Kräuterig, würzig, säuerlich, leicht scharf |
| Klassische Verwendung | Steak, Asado, Chorizo, Choripán |
| Weitere Verwendung | Gemüse, Kartoffeln, Fisch, Hähnchen, Brot |
| Zubereitungszeit | Etwa 10 Minuten plus Ziehzeit |
| Besonderheit | Wird traditionell nicht gekocht |
| Bekannte Varianten | Chimichurri Verde und Chimichurri Rojo |
Was ist Chimichurri?
Chimichurri ist eine kalte und ungekochte Sauce auf Kräuterbasis. Besonders eng ist sie mit der Küche Argentiniens verbunden. Dort steht sie häufig neben gegrilltem Fleisch auf dem Tisch und jeder kann sich nach Geschmack bedienen.
Die klassische Mischung verbindet mehrere Geschmacksrichtungen miteinander:
- Petersilie sorgt für Frische.
- Oregano liefert eine herbe Kräuternote.
- Knoblauch bringt Schärfe und Würze.
- Essig sorgt für Säure.
- Öl verbindet die Zutaten.
- Chili oder Ají bringt je nach Menge etwas Schärfe.
- Salz und Pfeffer runden die Sauce ab.
Dadurch eignet sich Chimichurri besonders gut zu kräftigen und fettreicheren Speisen. Die Säure des Essigs und die frischen Kräuter bilden einen deutlichen Kontrast zu gegrilltem Fleisch.
Das erklärt auch, warum Chimichurri beim argentinischen Asado eine so wichtige Rolle spielt. Selbst das offizielle Tourismusportal Argentiniens bezeichnet die Sauce als klassischen Begleiter von Choripán und gegrillten Speisen.
Chimichurri Rezept: So gelingt die klassische grüne Sauce
Für ein gutes Chimichurri Rezept braucht man weder außergewöhnliche Zutaten noch besondere Küchengeräte.
Zutaten für Chimichurri
Für etwa ein kleines Glas beziehungsweise vier bis sechs Portionen:
- 1 großer Bund glatte Petersilie
- 2–3 Knoblauchzehen
- 1–2 TL getrockneter Oregano
- ½–1 TL Chiliflocken oder gemahlener Chili
- 3 EL Rotweinessig
- 6 EL Olivenöl
- ½ TL Salz
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Optional:
- 1–2 EL Wasser
- etwas Paprikapulver
- eine kleine Menge fein gehackte Zwiebel
- ein Spritzer Zitronensaft
Diese Grundzutaten entsprechen weitgehend den Kombinationen, die auch von offiziellen argentinischen Quellen sowie bekannten argentinischen Köchen verwendet werden. Eine veröffentlichte Version des argentinischen Kochs Francis Mallmann kombiniert beispielsweise Petersilie und Oregano mit Knoblauch, Chiliflocken, Olivenöl, Rotweinessig, Pfeffer und einer Salzlake.
Chimichurri selber machen: Schritt für Schritt
1. Petersilie vorbereiten
Petersilie waschen und anschließend sehr gründlich trocknen. Danach Blätter und feine Stiele mit einem scharfen Messer klein hacken.
2. Knoblauch hacken
Knoblauch schälen und möglichst fein schneiden. Wer einen besonders intensiven Geschmack möchte, kann ihn zerdrücken.
3. Kräuter mischen
Petersilie, Knoblauch, Oregano und Chiliflocken in eine Schüssel geben.
4. Essig hinzufügen
Rotweinessig über die Kräutermischung geben und alles gut vermengen.
5. Öl einarbeiten
Anschließend das Olivenöl hinzufügen. Dabei lediglich verrühren und die Mischung nicht wie eine Mayonnaise aufschlagen.
6. Abschmecken
Salz und frisch gemahlenen Pfeffer hinzufügen. Falls das Chimichurri zu kräftig oder dick wirkt, kann etwas Wasser ergänzt werden.
7. Ziehen lassen
Besonders gut schmeckt Chimichurri, wenn es vor dem Servieren mindestens 30 Minuten ziehen kann. Dadurch verbinden sich die Aromen deutlich besser. Auch Mallmanns veröffentlichte Variante sieht mindestens 30 Minuten Ruhezeit vor.
Sollte man Chimichurri im Mixer machen?
Grundsätzlich funktioniert ein Mixer oder eine Küchenmaschine. Allerdings sollte man vorsichtig sein.
Traditionelles Chimichurri besitzt normalerweise noch sichtbare Kräuterstücke. Werden Petersilie und Knoblauch zu lange püriert, entsteht eine sehr feine, pestoähnliche Sauce. Sie schmeckt zwar weiterhin gut, ihre Konsistenz unterscheidet sich jedoch von einer rustikalen Variante.
Für ein besonders authentisches Ergebnis empfiehlt sich deshalb:
Messer statt Hochleistungsmixer.
Alternativ kann eine Küchenmaschine lediglich mit kurzen Impulsen verwendet werden.
Welche Petersilie braucht man für Chimichurri?
Am besten eignet sich glatte Petersilie. Sie besitzt einen kräftigen Geschmack und lässt sich problemlos fein schneiden.
Krause Petersilie kann ebenfalls verwendet werden, verändert allerdings Textur und Aroma.
Ein weit verbreiteter Irrtum betrifft außerdem Koriander. Viele internationale Chimichurri-Rezepte enthalten inzwischen frischen Koriander. Das kann ausgezeichnet schmecken, gehört aber nicht zwingend zur klassischen argentinischen Grundform. Offizielle argentinische Beschreibungen nennen stattdessen Petersilie und Oregano als zentrale Kräuter.
Frischer oder getrockneter Oregano?
Beides funktioniert.
Getrockneter Oregano eignet sich besonders gut, weil sein konzentriertes Aroma hervorragend mit Essig und Knoblauch harmoniert. Außerdem ist er jederzeit verfügbar.
Frischer Oregano wirkt dagegen etwas grüner und frischer.
Interessanterweise existieren auch sehr kräuterreiche Rezepte. Francis Mallmann verwendet in einer veröffentlichten Chimichurri-Version beispielsweise große Mengen frische Petersilie und frischen Oregano.
Für ein einfaches Rezept zu Hause reicht getrockneter Oregano jedoch vollkommen aus.
Welcher Essig gehört in Chimichurri?
Besonders häufig kommt Rotweinessig zum Einsatz.
Er besitzt genügend Säure, ohne die Kräuter vollständig zu überdecken. Alternativ funktionieren:
- Weißweinessig
- Sherryessig
- milder Apfelessig
Zitronensaft kann zusätzlich verwendet werden. Wer eine eher klassische Richtung bevorzugt, sollte jedoch nicht den gesamten Essig durch Zitrone ersetzen.
Gerade die Essignote unterscheidet Chimichurri deutlich von vielen anderen Kräutersaucen.
Welches Öl eignet sich für Chimichurri?
Meist wird Olivenöl verwendet. Dabei muss es nicht das intensivste oder teuerste Olivenöl sein.
Ein sehr bitteres Öl kann Petersilie und Oregano sogar überdecken. Ein mildes bis mittelkräftiges natives Olivenöl funktioniert deshalb besonders gut.
Wichtig ist außerdem das Verhältnis von Öl und Essig. Als Ausgangspunkt eignet sich ungefähr:
2 Teile Öl auf 1 Teil Essig.
Danach lässt sich die Mischung leicht an den persönlichen Geschmack anpassen.
Mehr Essig ergibt ein säuerlicheres Chimichurri. Mehr Öl macht die Sauce milder.
Chimichurri Verde und Chimichurri Rojo: Was ist der Unterschied?
Am bekanntesten ist Chimichurri Verde, also grünes Chimichurri.
Seine Farbe stammt hauptsächlich von Petersilie und anderen grünen Kräutern.
Daneben existiert Chimichurri Rojo, eine rote Variante. Hier kommen typischerweise stärkere Mengen roter Gewürze oder Zutaten hinzu, beispielsweise:
- Paprikapulver
- geräucherte Paprika
- gemahlener roter Chili
- rote Paprika
- teilweise Tomate
Dadurch wirkt Chimichurri Rojo häufig kräftiger, rauchiger und etwas süßer.
Allerdings handelt es sich auch hier nicht um eine Sauce mit weltweit festgelegtem Rezept. Der Begriff bezeichnet vielmehr verschiedene rote Chimichurri-Varianten.
Chimichurri zu Steak
Die bekannteste Kombination bleibt Steak mit Chimichurri.
Dabei sollte gutes Rindfleisch nicht unbedingt komplett in der Sauce ertränkt werden. Häufig schmeckt es besser, das Fleisch lediglich mit Salz zu grillen und Chimichurri anschließend nach Geschmack darüberzugeben.
Besonders gut passt die Sauce beispielsweise zu:
- Ribeye
- Rumpsteak
- Flank Steak
- Skirt Steak
- Hüftsteak
- Entrecôte
In Argentinien gehört Chimichurri generell zu den klassischen Begleitern gegrillten Fleisches. Auch internationale Veröffentlichungen über argentinische Küche beschreiben die Kombination aus Steak und der säuerlich-würzigen Kräutersauce als besonders typisch.
Chimichurri zu Choripán
Noch typischer ist möglicherweise die Verbindung mit Choripán.
Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um gegrillte Chorizo in knusprigem Brot. Chimichurri wird entweder direkt auf die aufgeschnittene Wurst oder auf das Brot gegeben.
Das argentinische Tourismusportal beschreibt Choripán als festen Bestandteil des Asado und nennt Chimichurri ausdrücklich als klassischen Begleiter.
Die Kombination funktioniert deshalb besonders gut, weil die Säure und Kräuter der Sauce einen Gegenpol zur kräftigen, fettreichen Wurst bilden.
Wozu passt Chimichurri noch?
Wer Chimichurri ausschließlich zu Rindfleisch verwendet, nutzt nur einen kleinen Teil seiner Möglichkeiten.
Chimichurri zu Hähnchen
Gegrillte Hähnchenbrust oder Hähnchenschenkel profitieren stark von der frischen Säure der Sauce.
Chimichurri zu Fisch
Besonders zu gegrilltem Lachs, Garnelen oder festem Weißfisch funktioniert eine mildere Version hervorragend.
Chimichurri zu Gemüse
Sehr gut passen beispielsweise:
- Auberginen
- Zucchini
- Paprika
- Pilze
- Mais
- grüner Spargel
- Blumenkohl
Auch das argentinische Asado beschränkt sich längst nicht ausschließlich auf Fleisch. Gegrilltes Gemüse gehört ebenfalls zu den verbreiteten Beilagen.
Chimichurri zu Kartoffeln
Ofenkartoffeln, Kartoffelspalten und sogar Kartoffelsalat lassen sich mit Chimichurri deutlich kräftiger würzen.
Chimichurri auf Brot
Frisches Baguette oder geröstetes Sauerteigbrot mit etwas Chimichurri ergibt eine sehr einfache Vorspeise.
Chimichurri zu Käse
Auch gegrillter Käse funktioniert hervorragend. Besonders passend ist Provoleta, gegrillter Provolone, der ebenfalls zur argentinischen Grillküche gehört und häufig zusammen mit Chimichurri serviert wird.
Kann man Chimichurri als Marinade verwenden?
Ja. Chimichurri kann sowohl als Sauce als auch als Marinade verwendet werden.
Für eine Marinade sollte man allerdings einen wichtigen Punkt beachten: Niemals Sauce, die bereits mit rohem Fleisch in Kontakt gekommen ist, anschließend ungekocht als Tischsauce verwenden.
Am besten teilt man das frisch zubereitete Chimichurri deshalb sofort auf:
- einen Teil zum Marinieren,
- einen separaten Teil zum späteren Servieren.
Dadurch bleibt die Sauce hygienisch sicher und schmeckt außerdem frischer.
Warum sollte Chimichurri ziehen?
Direkt nach der Zubereitung schmecken die einzelnen Zutaten häufig noch recht getrennt voneinander.
Nach einer kurzen Ruhezeit passiert geschmacklich einiges:
Der Knoblauch verteilt sich im Öl und Essig. Getrockneter Oregano nimmt Flüssigkeit auf. Chili gibt Aroma und Schärfe ab. Gleichzeitig nimmt die aggressive Säure des Essigs etwas ab.
Schon 30 bis 60 Minuten machen einen deutlichen Unterschied.
Wer Chimichurri einige Stunden im Voraus zubereitet, erhält deshalb normalerweise ein runderes Ergebnis.
Chimichurri aufbewahren: Wie lange ist die Sauce haltbar?
Bei der Haltbarkeit findet man online sehr unterschiedliche Empfehlungen. Manche Rezepte nennen eine oder sogar mehrere Wochen im Kühlschrank. Bei selbst gemachten Mischungen aus frischen Kräutern beziehungsweise Knoblauch und Öl ist jedoch eine konservativere Empfehlung sinnvoll.
Oregon State University Extension weist darauf hin, dass selbst gemachte Mischungen aus frischem Knoblauch oder Kräutern und Öl wegen des möglichen Wachstums von Clostridium botulinum gekühlt und innerhalb von vier Tagen verwendet oder eingefroren werden sollten. Das gilt insbesondere dann, wenn keine wissenschaftlich validierte Säuerungsmethode eingesetzt wurde.
Daher empfiehlt sich für selbst gemachtes Chimichurri:
Im Kühlschrank lagern und innerhalb von etwa 3 bis 4 Tagen verbrauchen.
Für längere Lagerung lässt sich die Sauce portionsweise einfrieren.
Wichtig ist außerdem: Selbst gemachtes Chimichurri mit frischen Kräutern und Knoblauch sollte nicht über längere Zeit bei Raumtemperatur gelagert werden.
Kann man Chimichurri einfrieren?
Ja. Das funktioniert sogar erstaunlich gut.
Besonders praktisch ist folgende Methode:
- Chimichurri in einen Eiswürfelbehälter geben.
- Einfrieren.
- Gefrorene Portionen anschließend in einen geeigneten Gefrierbehälter umfüllen.
So lässt sich jeweils nur die benötigte Menge auftauen.
Nach dem Auftauen können Farbe und Konsistenz etwas verändert sein. Der Geschmack eignet sich aber weiterhin hervorragend für gegrilltes Fleisch, Gemüse oder Kartoffeln.
Ist Chimichurri gesund?
Chimichurri besteht hauptsächlich aus Kräutern, Knoblauch, Essig und Pflanzenöl. Dadurch liefert es im Gegensatz zu vielen cremigen Fertigsaucen normalerweise keinen zugesetzten Zucker und benötigt weder Sahne noch Mayonnaise.
Trotzdem ist Chimichurri nicht automatisch kalorienarm.
Der Grund ist das Öl. Ein großer Teil der Energie stammt deshalb aus Fett. Allerdings wird Chimichurri normalerweise lediglich in kleinen Mengen als Würzsauce verwendet.
Wie gesund die Sauce insgesamt ist, hängt daher vor allem von Portionsgröße, Ölmenge und dem Gericht dazu ab.
Chimichurri vs. Pesto: Wo liegt der Unterschied?
Auf den ersten Blick sehen sich grünes Chimichurri und Pesto ähnlich. Geschmacklich und bei den Zutaten unterscheiden sie sich jedoch deutlich.
| Chimichurri | Pesto |
| Typisch für Argentinien/Uruguay | Typisch für Italien |
| Meist Petersilie | Meist Basilikum |
| Enthält Essig | Normalerweise kein Essig |
| Enthält meist Oregano | Oregano nicht typisch |
| Keine Nüsse notwendig | Klassisch mit Pinienkernen |
| Kein Käse notwendig | Klassisch mit Parmesan/Pecorino |
| Säuerlich und würzig | Cremiger und nussiger |
| Häufig stückig | Meist feiner verarbeitet |
Deshalb sollte Chimichurri nicht einfach als „argentinisches Pesto“ verstanden werden.
Woher kommt Chimichurri?
Chimichurri ist heute vor allem mit Argentinien verbunden und spielt dort eine wichtige Rolle in der Grillkultur. Auch Uruguay besitzt eine lange Chimichurri-Tradition.
Deutlich schwieriger wird die Frage, wer die Sauce ursprünglich erfunden hat.
Dafür existiert keine zuverlässig dokumentierte einzelne Person. Ebenso ist die Herkunft des Namens nicht abschließend geklärt. Wörterbücher führen den Ausdruck im argentinisch-uruguayischen Spanisch, beschreiben seine weitere Etymologie jedoch als unsicher.
Woher kommt der Name Chimichurri?
Gerade um den Namen haben sich zahlreiche Legenden entwickelt.
Eine häufig erzählte Geschichte handelt von einem angeblichen Iren namens Jimmy McCurry, dessen Name von spanischsprachigen Einwohnern schließlich zu „Chimichurri“ verändert worden sein soll.
Eine andere Version behauptet, englischsprachige Menschen hätten nach einer Sauce mit Worten wie „give me curry“ verlangt.
Für diese Geschichten fehlen jedoch überzeugende zeitgenössische Belege. Eine sprachlich häufig diskutierte Alternative verbindet den Namen stattdessen mit dem Baskischen und Begriffen für eine Mischung beziehungsweise ein Durcheinander. Die genaue Herkunft bleibt allerdings unsicher.
Die spannende Jimmy-McCurry-Geschichte sollte deshalb eher als kulinarische Legende und nicht als gesicherter Ursprung dargestellt werden.
Häufige Fehler bei Chimichurri
Ein gutes Chimichurri ist einfach. Trotzdem können einige Kleinigkeiten das Ergebnis deutlich verschlechtern.
Zu fein püriert
Die Sauce sollte nicht zwingend die Konsistenz eines Smoothies besitzen. Fein gehackte Kräuter erzeugen mehr Struktur.
Zu wenig Säure
Ohne genügend Essig schmeckt Chimichurri schnell nur nach Kräuteröl.
Zu viel Knoblauch
Knoblauch intensiviert sich während der Ruhezeit. Deshalb zunächst lieber etwas zurückhaltender dosieren.
Keine Ziehzeit
Direkt nach dem Mischen wirkt die Sauce häufig schärfer und weniger harmonisch.
Zu viel Olivenöl
Zu viel Öl kann Petersilie, Essig und Gewürze geschmacklich überdecken.
Verwendung derselben Sauce für Marinade und Servieren
Sauce, die rohes Fleisch berührt hat, sollte anschließend nicht ungekocht wieder auf den Tisch gestellt werden.
So lässt sich Chimichurri individuell verändern
Eine der großen Stärken der Sauce ist ihre Flexibilität.
Milder: weniger Chili und Knoblauch verwenden.
Säuerlicher: etwas mehr Rotweinessig hinzufügen.
Frischer: mehr Petersilie verwenden.
Kräuteriger: Oregano erhöhen.
Rauchiger: etwas geräuchertes Paprikapulver ergänzen.
Schärfer: Chiliflocken oder frische Chili hinzufügen.
Roter: Paprikapulver und roten Chili verwenden.
Dadurch lässt sich aus derselben Grundidee eine Sauce für Steak, Fisch, Gemüse oder Sandwiches entwickeln.
Fazit: Warum Chimichurri so vielseitig ist
Chimichurri zeigt, dass eine außergewöhnlich aromatische Sauce keine lange Zutatenliste benötigt. Petersilie, Oregano, Knoblauch, Essig, Öl und etwas Chili reichen bereits für die klassische Grundidee aus.
Besonders eng bleibt die Sauce mit dem argentinischen Asado verbunden. Dort begleitet sie Rindfleisch, Chorizo und Choripán und ist ein fester Bestandteil der Grillkultur. Gleichzeitig eignet sich Chimichurri hervorragend zu Hähnchen, Fisch, gegrilltem Gemüse, Kartoffeln, Käse und Brot.
Entscheidend für ein gutes Ergebnis sind vor allem frische Kräuter, genügend Säure und etwas Zeit zum Ziehen. Außerdem muss Chimichurri keineswegs extrem scharf sein. Die klassische Sauce lebt vielmehr vom Zusammenspiel aus Frische, Knoblauch, Kräutern, Säure und einer leichten Schärfe.
Wer Chimichurri selbst zubereitet, kann das Verhältnis jederzeit anpassen. Genau darin liegt vermutlich ein Teil seines Erfolgs: Es gibt eine klare kulinarische Grundidee, aber genügend Freiheit für die eigene Variante.
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Häufig gestellte Fragen zu Chimichurri
Chimichurri ist eine ungekochte südamerikanische Kräutersauce, die insbesondere mit Argentinien und Uruguay verbunden wird. Typische Zutaten sind Petersilie, Oregano, Knoblauch, Essig, Öl, Chili, Salz und Pfeffer.
Eine typische klassische Kombination besteht aus Petersilie, Oregano, Knoblauch, Rotweinessig, Öl, Chili beziehungsweise Ají, Salz und Pfeffer. Einzelne Rezepte unterscheiden sich jedoch deutlich. Ein einziges verbindliches Originalrezept existiert nicht.
Chimichurri kann leicht bis deutlich scharf sein, muss es aber nicht. Die Schärfe hängt hauptsächlich von der verwendeten Menge Chili beziehungsweise Ají ab.
Das wichtigste Kraut ist normalerweise glatte Petersilie. Außerdem gehört Oregano zu vielen traditionellen Varianten.
Koriander wird in zahlreichen modernen Rezepten verwendet. In klassischen argentinischen Grundvarianten ist jedoch Petersilie wesentlich typischer.
Rotweinessig ist besonders verbreitet. Alternativ können Weißweinessig, Sherryessig oder ein milder Apfelessig verwendet werden.
Meist wird Olivenöl verwendet. Ein mildes bis mittelkräftiges Olivenöl eignet sich besonders gut, weil sehr bittere Öle die Kräuter überdecken können.
Mindestens etwa 30 Minuten sind empfehlenswert. Nach ein bis mehreren Stunden schmeckt die Sauce häufig noch harmonischer.
Aus Gründen der Lebensmittelsicherheit empfiehlt sich bei hausgemachtem Chimichurri mit frischen Kräutern, Knoblauch und Öl eine Lagerung im Kühlschrank und ein Verbrauch innerhalb von ungefähr drei bis vier Tagen. Für längere Aufbewahrung kann man die Sauce einfrieren.
Ja. Besonders praktisch ist das Einfrieren in kleinen Portionen oder Eiswürfelformen.
Klassisch wird Chimichurri zu Steak, Asado, Chorizo und Choripán serviert. Es passt aber ebenfalls zu Hähnchen, Fisch, Garnelen, Kartoffeln, Gemüse, gegrilltem Käse und Brot.
Ja. Allerdings sollte die Marinade, die mit rohem Fleisch in Berührung gekommen ist, später nicht ungekocht als Sauce verwendet werden. Am besten trennt man vorher einen Teil zum Servieren ab.
Chimichurri enthält typischerweise Petersilie, Oregano, Essig, Knoblauch und Öl. Klassisches Pesto besteht dagegen vor allem aus Basilikum, Olivenöl, Pinienkernen und Hartkäse. Chimichurri schmeckt deshalb deutlich säuerlicher und wird meist weniger fein verarbeitet.
Chimichurri Rojo ist eine rote Variante der Sauce. Sie enthält häufig mehr Paprika, Paprikapulver oder roten Chili und schmeckt dadurch oftmals kräftiger und rauchiger.
Chimichurri ist besonders stark mit Argentinien verbunden und dort ein klassischer Bestandteil der Asado-Kultur. Auch Uruguay besitzt eine lange Tradition der Sauce. Die exakte historische Entstehung lässt sich jedoch nicht eindeutig einer einzelnen Person oder einem konkreten Zeitpunkt zuordnen.
Dafür gibt es keine verlässlichen historischen Belege. Die Geschichte über einen Iren namens Jimmy McCurry gehört zu den bekanntesten Erklärungen des Namens, gilt jedoch eher als kulinarische Legende. Die tatsächliche Etymologie von „Chimichurri“ ist bis heute nicht abschließend geklärt.
